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01.Januar 2015

18:26 Alter: 3 yrs

Neue Studie: Wie Rauchen das Leben verkürzt

„Was uns Lebensjahre raubt“ ist die Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) überschrieben. Und richtig – vom Rauchen ist im Text auch die Rede, sogar an „vorderster Stelle“.


Denn Tabakkonsum raubt im Vergleich zu anderen Risikofaktoren die meisten Lebensjahre. Zu dieser Schlussfolgerung kommen die Expertinnen und Experten vom DKFZ, nachdem sie Daten der sogenannten EPIC-Studie ausgewertet haben – einer gesamteuropäischen Studie zum Zusammenhang von Ernährung, Lebensstilfaktoren und Krebs. Sie sprechen von einem „wahren Datenschatz“, den sie für ihre Untersuchung nutzen konnten: Befragungsdaten von über 20.000 Männern und Frauen, alle älter als 40 Jahre. Das Team um Prof. Rudolf Kaaks errechnete zum einen, wie sich einzelne Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkohol oder Annäherung auf die Lebenserwartung auswirken. Außerdem ermittelten sie sogenannte „Risikoprofile“, um festzustellen, um wie viele Jahre eine bestimmte Kombination von Risikofaktoren das Leben statistisch verkürzt.

Die „Rangreihe“ der lebensverkürzenden Risikofaktoren wird, wie eingangs schon verraten, vom Rauchen angeführt. Wenn Männer pro Tag über zehn Zigaretten rauchen, verlieren sie im statistischen Durchschnitt 9,4 Lebensjahre. Bei Frauen sind es 7,3 Jahre. „Weniger rauchen“ ist keine passende Strategie, um der lebensverkürzenden Wirkung des Tabakkonsums zu entkommen. Denn bei einem Konsum von weniger als zehn Zigaretten werden immer noch im Schnitt fünf Lebensjahre eingebüßt, das gilt in diesem Fall für beide Geschlechter.

Weitere einzelne Risikofaktoren, die die Studie als „lebensverkürzend“ ermittelte, waren starkes Übergewicht, hoher Alkoholkonsum sowie häufiger Verzehr von rotem Fleisch.

Wenn diese Faktoren in Kombination auftreten, sinkt die Lebenserwartung deutlich. Die Expertinnen und Experten vom DKFZ kamen im Vergleich zwischen dem ungünstigsten Risikoprofil (stark übergewichtiger Mensch, der viel Alkohol trinkt, raucht und häufig rotes Fleisch verzehrt) und dem günstigsten Risikoprofil (nichtrauchender und normalgewichtiger Mensch, der körperlich aktiv ist und wenig rotes Fleisch, stattdessen Obst und Gemüse verzehrt) auf eine beachtliche Differenz an zu erwartenden Lebensjahren: Bei Frauen waren es 13,9 Jahre, bei Männern sogar bis zu 17 Jahre.

Die Lebensweise hat also einen großen Einfluss auf die zu erwartende Länge des Lebens. In dieser Gleichung hat das Nichtrauchen die größte „Hebelwirkung“.

Ein Rauchstopp bringt zusätzliche Lebensjahre. Die rauchfrei-Kampagne der BZgA unterstützt Sie bei Ihrem Rauchstopp. Informieren Sie sich unter "wie funktionierts".

Siehe auch:

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2014/dkfz-pm-14-38-Was-uns-Lebensjahre-raubt.php

Kuanrong Li, Anika Hüsing und Rudolf Kaaks: Lifestyle risk factors and residual life expectancy at age 40: a German cohort study. BMC Medicine 2014, www.biomedcentral.com/1741-7015/12/59