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03.Februar 2015

09:16 Alter: 3 yrs

Hört das denn nie auf? Rauchverlangen noch Wochen nach dem Ausstieg

„Manchmal vermisse ich das Rauchen noch, aber das geht meist schnell vorbei“, schrieb mir kürzlich ein Kunde. Sein Rauchstopp liegt schon viele Monate zurück, dennoch „klopft“ die Lust auf eine Zigarette immer mal wieder bei ihm an. Und auch im Forum wird regelmäßig darüber berichtet, dass „Rauchgelüste“ manchmal noch lange Zeit nach Tag X aufkommen können.


Wie ist die „späte Lust“ auf das Rauchen zu erklären? In erster Linie mit den oft langjährigen Rauchgewohnheiten und vielfältigen Funktionen, die die Zigarette in diesen Jahren, oft sogar Jahrzehnten, eingenommen hat. Die „genussvollen“ Minuten nach einem guten Essen, die ersehnte Arbeitspause, das Zusammentreffen mit den besten Freundinnen und Freunden, bei der Überbrückung von Momenten der Langeweile – in allen diesen Situationen war die Zigarette regelmäßig dabei und hat sich in den Alltag „eingewoben“. Sie ist dadurch mit den unterschiedlichsten Orten, Stimmungen und Gefühlen verknüpft – auch mit solchen, die eher selten auftreten, zum Beispiel weil sie an Jahreszeiten gebunden sind. Das Rauchen auf dem Balkon an langen Sommerabenden ist dafür ein Beispiel. Wer im Herbst mit dem Rauchen aufhört, hat natürlich keine Gelegenheit, eine passende Alternative für dieses „liebgewonnene“ Sommer-Ritual zu entwickeln. Andere Beispiele für „saisonale“ bzw. eher seltene Rauchgewohnheiten sind Urlaube oder Familienfeiern. So kann ein eigentlich schöner Anlass wie ein Urlaubsbeginn zum Auslöser für die Lust auf eine Zigarette (und damit zum Stressfaktor) werden. Viele Menschen fühlen sich in diesen Momenten „zurückgeworfen“ an die Anfangsphase ihrer Tabakentwöhnung. Dabei bedeutet der Impuls zu rauchen, erst einmal nur, dass alte Schaltkreise im Gehirn aktiviert werden – ausgelöst durch Reize, die lange Zeit mit dem Rauchen verknüpft waren. Der psychologische „Mechanismus“ dahinter ist vergleichbar mit der Rauchlust in den ersten Wochen nach dem Rauchstopp. Genau wie in der Anfangszeit als Nichtraucherin oder Nichtraucher geht es deshalb auch nun darum, neue Gewohnheiten weiter zu trainieren. Fazit: Ein plötzlich auftretendes Rauchverlangen – zum Beispiel nach mehreren rauchfreien Monaten – ist ein gutes Zeichen. Sie sind wachsam und sind sich Ihres Verhaltens bewußt! Gleichzeitig ist es oft ein Signal dafür, dass neben den neuen Möglichkeiten und Verhalten die Sie nun besitzen, noch alte Gewohnheiten bzw. Verhaltensmuster wirken. Sie können nicht mehr unbewußt rauchen!!