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28.Februar 2015

07:46 Alter: 3 yrs

Legale Drogen: So werden Nikotinsüchtige künftig behandelt

Nie wieder rauchen: Zwei medizinische Leitlinien sollen sicherstellen, dass Menschen mit Suchtproblem optimale Hilfe erhalten.


Wer aufhören will zu rauchen, muss das meist aus eigener Kraft versuchen. Viele bleiben dann am Glimmstängel hängen. Oder sich professionelle Unterstützung suchen.

Der komplette Verzicht aufs Rauchen hat in der neuen Leitlinie zu Tabakkonsum oberste Priorität. Der Weg dorthin ist oft schwer. Bislang versuchen die meisten Raucher auf eigene Faust vom Glimmstängel loszukommen. Im Laufe ihres Lebens schaffen das auch zahlreiche. Nicht wenige greifen allerdings immer wieder zur Zigarette, obwohl sie aufhören wollen.
Ein Psychologe könnte helfen. Doch sich professionelle Hilfe zu suchen, ist nicht nur eine Frage von Stolz oder Scham, sondern auch eine finanzielle. Raucherentwöhnungsprogramme, Nikotinpflaster und -kaugummis müssen aus eigener Tasche bezahlt werden und kosten schnell viele hundert Euros.

Die Leitlinie übt nun Druck auf die Politik aus. Sie stellt die Tabakabhängigkeit mir Alkohol auf eine Stufe und fordert damit indirekt mehr Entgegenkommen vom Gesundheitssystem, wenn jemand mithilfe eines Arztes oder Psychologen die Sucht überwinden will. Noch mehr: Sie zeigt auch auf, dass es sehr wirksame und mitunter simple Methoden gibt.

Auf dem Weg in die Abstinenz helfen dann vor allem verhaltenstherapeutische Maßnahmen mit einer schrittweisen Entwöhnung von Nikotin.

Über die Hilfen aus dem Internet oder als Smartphone-App wissen die Forscher bislang zu wenig. Erste Studien lassen jedoch vermuten, dass diese künftig eine sinnvolle Unterstützung sein könnten. Weniger spricht die Datenlage für eine Hypnotherapie und Akkupunktur. Die E-Zigarette wird in der Leitlinie nicht empfohlen, da bislang zu wenig über ihre Auswirkungen und enthaltene Schadstoffe bekannt ist.
Nun sind Leitlinien kein Gesetz, sie enthalten nur Empfehlungen. Dennoch ist Psychiater Peter Falkai optimistisch, dass sie etwas bewegen werden. Erst kürzlich habe eine Cochrane-Analyse von mehr als 800 Studien gezeigt, dass solche Leitlinien die Behandlungsergebnisse für die Patienten tatsächlich verbessern können.

Leitlinie zum Tabakkonsum
www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/076-006l_S3_Tabak_2015-01.pdf