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30.April 2015

12:51 Alter: 2 yrs

Nach dem Rauchstopp „die Regie übernehmen“

„Die ersten Wochen ohne Zigarette liefen relativ problemlos, viel besser als ich vorher gedacht hatte. Aber am nächsten Wochenende haben wir eine Feier in unserem Verein. Da treffe ich auf ein paar Leute, mit denen ich früher immer zusammen geraucht habe – hoffentlich werde ich da nicht schwach“.


Für Christina (47 Jahre, seit 6 Wochen rauchfrei) ist die Vereinsfeier die erste größere Hürde seit dem Rauchstopp. „Nicht hingehen“ scheidet in diesem Fall als Strategie aus. Sie ist im Vorstand des Vereins und hat die Feier mit vorbereitet, also will sie dort auch erscheinen. Sie nimmt sich vor, keinen Alkohol zu trinken, denn der schwächt bekanntermaßen die Selbstkontrolle. Zusätzlich möchte sie sich gedanklich auf die Herausforderung vorbereiten.

Dabei könnte ihr eine Imaginationsübung helfen. Es gibt vieler solcher gedanklicher Übungen, eine davon trägt den Namen „Die Regie übernehmen“. Und darum geht es ja schließlich nach einem Rauchstopp: Schritt für Schritt mehr Unabhängigkeit von der Zigarette zu gewinnen und sich dabei auch von Rauchangeboten anderer Menschen unabhängig machen – eben die Regie übernehmen.

Bei der Gedankenübung „Die Regie übernehmen“ wird das Ablehnen von Rauchangeboten in der Vorstellung trainiert. Die Übung gelingt am besten, wenn man möglichst entspannt ist. Schließen Sie zum Beispiel die Augen, atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und denken Sie zunächst an Situationen, in denen es Ihnen leicht fällt, etwas abzulehnen oder „Nein“ zu sagen – zum Beispiel, wenn Ihnen jemand in einem Geschäft etwas verkaufen möchte, was Ihnen nicht gefällt.

Stellen Sie sich als nächstes vor, dass Sie der Regisseur eines Films sind, indem es in einer Szene darum geht, dass der Hauptdarsteller oder die Hauptdarstellerin eine Zigarette ablehnt. Den Ort, die Nebendarstellerinnen und Nebendarsteller, die Dialoge – all das bestimmen Sie selber. Gestalten Sie Ihren Film dabei möglichst „realistisch“, so dass er zu der Situation passt, die Sie einüben möchten. Die Umgebung könnte im Beispiel von Christina die Gaststätte sein, in der die Vereinsfeier stattfindet, die anderen Darstellerinnen und Darsteller sind die Vereinsmitglieder.

Spielen Sie nun genau durch, wer was zu dem Hauptdarsteller bzw. der Hauptdarstellerin – also der Person, die nicht rauchen möchte – sagt und was diese (möglichst ruhig und entspannt) antwortet. In Ihrer Vorstellung ist alles möglich, denn Sie schreiben das Drehbuch ja selber. Und Sie können eine Szene so lange wiederholen, bis Sie zufrieden mit ihr sind.

Wenn Sie den Filmausschnitt klar vor Augen haben und ihn ein paar Mal durchgegangen sind, „springen“ Sie selber in den Film und spielen die Szene aus der Sicht des Hauptdarstellers oder der Hauptdarstellerin durch, am besten mehrfach. Auf diese Weise vorbereitet, wird Ihnen die passende Reaktion später in der echten Situation viel leichter fallen.

Übrigens verwenden Sportlerinnen und Sportler eine ähnliche Taktik, wenn sie sich mental auf ihre Leistung einstellen und ihr Zielverhalten in Gedanken immer wieder durchspielen.